Multiroom Audio – Wissenswertes


Welches Multiroom-Konzept passt zu meinen Bedürfnissen und meiner räumlichen Umgebung?

  1. In diesem Beitrag versuche ich die Unterschiede zu Nachrüst- und Installationskonzepten darzustellen. Nachrüstlösungen sind im allgemeinen Produkte die der Endverbraucher ohne fremde Hilfe installieren kann. DIY > Do It Yourself. Meistens zeichnen sich dies Produkte auch auf den Verzicht nachträglicher Verkabelung aus.
  2. Produkte die zu den Installationskonzepten gehören, sind im Allgemeinen für den Verkauf über den installierenden Fachhändler oder Handwerk zu sehen. In dieser Sparte gibt es jedoch auch Produkte die durch den Bauherren zu installieren sind. Genauer formuliert sind Installationskonzepte während der Bau- bzw. Renovierungsphase zu installieren.

1. Multi-Room-Audio – Grundsätzliches

fragezeichenWas heute alle Multiroom-Systeme können, ist neben dem Streamen von Internetradio-Sendern und Musikdiensten, auch das Streamen von digitaler Musik aus dem Heimnetzwerk. Die Bedienung einer Multiroom- Anlage per APP zählt auch zu den etablierten Standards.

Für alle Systeme ist das Bewusstsein wichtig, das ein gewisses Budget notwendig ist. Ein gutes System kann auch nachträglich erweitert werden, so kann ein Investment auch aufgeteilt werden, z.B. nach Bauabschnitten.

Es gibt Nachrüstkonzepte und reine Installationskonzepte für Multiroom-Audio am Markt.
Die Systeme zum Nachrüsten sprechen mit WLAN/Netzwerk miteinander. Typisch sind auch die dezentralen Bausteine, die in den entsprechenden Räumen verteilt werden. Ein Installationskonzept hingegen, hat meist eine Technik-Zentrale, von der aus Netzwerk und Lautsprecherkabel in die einzelnen Räume verteilt werden. Ein Installationskonzept ist nur im Neubau oder einer Sanierung realisierbar. Dafür müssen in den Räumen keine extra Technik-Bausteine versteckt werden, die Musik-Wiedergabe kann über Einbaulautsprecher realisiert werden und haben in Punkto Betriebssicherheit und Energiemanagement Vorteile. Auch gemischte Konzepte sind möglich, so bieten Hersteller wie Control4 auch Produkte für die nachträgliche Installation, die in ein Installationskonzept derselben Marke passen.

Nachrüstkonzepte

  • Vernetzung der Komponenten/Lautsprecher per WLAN
  • Meistens für DIY geeignet (Do It Yourself)
  • Verkauf im HiFi- / Elektroeinzelhandel
  • Ideal für Mietswohnungen

Bekannte Marken: SONOS, Denon HEOS, Yamaha Musiccast, BOSE, Raumfeld, Bluesound

Installationskonzepte

  • Betriebssicherheit und Investitionssicherheit
  • Installation durch einen Fachbetrieb
  • Nahtlose Integration in die Architektur möglich
  • Ideal fürs eigene Haus / Wohnung > Wertsteigerung

Bekannte Marken: Control4, Crestron, Russound, Fusion RD, KNX-Audio, Revox

2. Multiroom Bedienkomfort und Bediensicherheit

bedienungMultiroom-Audio Anlagen und Komponenten lassen sich lokal am Gerät oder per APP bedienen. Da in vielen Fällen das Musik-Medium nur noch eine Datei bzw. ein Stream ist, entfällt der haptische Teil, wie z.B. eine CD einzulegen. Grundsätzlich unterscheiden sich wieder die Nachrüst-Konzepte von denen der Installationsprodukte. Einige Installationskonzepte (Control4, Crestron, Revox) erlauben auch die Steuerung und Bedienung von vorhandenen HiFi-Komponenten. Diese werden dann nicht nur Teil des Multiroomkonzeptes, sondern diese lassen sich dann auch „unsichtbar“ verstecken.

Aspekte einer sicheren Bedienung – der Wunsch oder die Möglichkeit das gesamte Multimediakonzept per APP zu steuern ist bei den modernen Geräten möglich, man sollte die Bediensicherheit von Wandtastaturen und Einbautouchscreens nicht ungeachtet lassen. Gerade die Produkte der Installationskonzepte setzten auf diese Funktionalität. Da bei diesen Systemen auch noch Teile der Haustechnik mitbedient werden, wäre es ein lästiger Umstand wenn das Smartphone (mit entsprechender APP) im Büro liegen geblieben ist oder ihre Liebsten den Akku ihres Tabletts auf 0% geleert hätten. Echte Betriebssicherheit funktioniert nur mit dauerhaften bzw. festverkabelten Bedienstrukturen. Betrachten Sie die Bedienung per APP als Zusatznutzen einer portablen Steuermöglichkeit.

Nachrüstkonzepte

  • Bedienung wie Ein/Aus, Lautstärke am lokalen Gerät
  • Komfortable Bedienung per APP
  • kaum bis keine System eigene Hardbutton* Fernbedienungen
  • Bedienung über eine Hausautomation Hersteller abhängig

Installationskonzepte

  • Bedienung wie EIN/AUS, Lautstärke über System eigene Wandbedienelemente
  • Komfortable Bedienung per APP und Wandtouchscreens
  • meistens eine Systemeigene Hardbutton* Fernbedienung vorhanden
  • Teilweise nahtlose Bedienung mit der Hausautomation z.B. Control4, Crestron, Revox, KNX

*Hardbutton = ist eine Fernbedienung mit haptischen Knöpfen. Diese erlaubt auch die blinde Bedienung > Beispiel eine (IR) TV-Fernbedienung. Die Fernbedienung bei Installationskonzepten kommuniziert jedoch meistens per Funk mit den Systemkomponenten, da diese auch versteckt und nicht sichtbar für IR installiert sind.

3. Welche Investitionen sind notwendig und sinnvoll

fragezeichenDie Kosten setzen sich aus den Gerätekosten, dem Installationsaufwand, den Einrichtungsaufwand und dem klanglichen und funktionalen Anspruch zusammen. Auch hier kann eine Trennlinie zwischen Nachrüstkonzept und Installationskonzept gezogen werden. Wer den Multimedia-Teil der Wohnung, rein als „Einrichtungsgegenstand“ sieht, greift gerne zu All-In-One Produkten die per WiFi miteinander vernetzt werden. Diese bei Mietwohnungen absolut sinnvolle Entscheidung, sieht bei Eigentumswohnungen und Häusern wieder anders aus.

Im Wohneigentum ist z.B. auch die Bereitschaft größer, maßgeschneiderte Möbel einbauen zu lassen. Hier sollte man das Thema Multimedia nicht alleine als Einrichtungsgegenstand sehen, sondern als Teil der technischen Installation, wie z.B. das Licht. Vergleicht man die reinen „Geräte-Kosten“, liegen Nachrüstkonzepte und Installationskonzepte gar nicht weit auseinander. Nachrüstlösungen können sogar teurer sein, wenn sie als Installationskonzept genutzt werden.

Kostenvergleich für Multiroom

Das Wohnzimmer plus 4 weitere Zimmer sollen eine Multiroom-Anlage bekommen. Die Bewohner können unterschiedliche Quellen in den Räumen hören. Die Lautsprecher werden als Einbauversion für die Decke gewählt. Im Wohnzimmer ist ein AV-Receiver mit Heimkinolautsprechern vorhanden.

Nachrüstkonzept

Beispiel SONOS

  • 1x Connect á 399,-
  • 4x Connect AMP á 579,- (2.316,-)
  • 4x Einbaulautsprecher als Paar
    500,- Mindestinvestition pro Raum
  • Summe der Grundkomponenten = 4.715,- EUR
    ohne Installationskosten für z.B. Kabel, Lautsprechereinbau

Vorteile: Die Erweiterung um zusätzliche Streaminglautsprecher wie wie den Play 1/3/5 kann ohne Expertenhilfe erfolgen.

Nachteile: Kein dezidiertes Bedienfeld / Touchscreen vom Hersteller lieferbar. Soll Sonos noch in ein Steuerungssystem / Hausbedienkonzept eingebunden werden, entstehen auch hier zusätzliche Inbetriebnahme Kosten.

Installationskonzept

Beispiel Control4

  • 1x EA3 1.200,-*
  • 1x AMP8 1.850,-*
  • 4x Einbaulautsprecher als Paar
    500,- Mindestinvestition pro Raum
  • Summe der Grundkomponenten = 5.050,- EUR
    *ohne Kosten für Zubehör, Installation und Inbetriebnahme

Vorteile: Diese Beispielsystem ist nicht nur ein Multiroom-System, es ist gleichzeitig ein Bedien- und Steuerungskonzept von Multimedia und Haustechnik. Über systemeigene Touchscreens ,Funkfernbedienungen und Wandtastaturen ist eine zuverlässige Bedienung möglich.

Nachteile: Control4 wird ausschließlich über einen zertifizierten Händler installiert. Das ist übrigens kein Nachteil, da es immer einen kompetenten Ansprechpartner gibt.

4. Nachhaltigkeit bei Multiroom / Nachrüst-Fähigkeit

Das einfache Erweitern von Multiroom Komponenten scheint ein wichtiges Kriterium zu sein.

In der Praxis/Realität jedoch, werden Multiroom-Anlagen kaum bzw. nicht in kurzen Abständen ständig erweitert. Das liegt daran, dass bei der Erstausstattung bereits die wichtigen Teile des Wohnumfeldes mit Multiroom-Technik ausgestattet wurden. Der Wunsch nach Erweiterung oder Veränderung findet 5-10 Jahre nach der Erstinbetriebnahme statt. Dies ist oft gekoppelt an den Renovierungszyklen der Räume, die dann meist auch neu möbliert oder anders genutzt werden.

Zu diesem Zeitpunkt ist schön wenn, die Multiroom Anlage auch entsprechend angepasst werden kann. Nach rund 10 Jahren der Erstinstallation sind garantiert neue Produktversionen der eingesetzten Marke vorhanden. Dies ist aber gar nicht so tragisch, wenn bei der Planung des ersten Systems, eine Kommunikations- bzw. Kabelstruktur realisiert wurde, die die einfache Ergänzung und Erneuerung einzelner Multiroom Komponenten zulässt.

Um die Webseite in vollem Umfang zu nutzen, müssen Sie der Cookie-Nutzung zustimmen! Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen